Stadt oder Land - die Frage nach dem Zuhause-Gefühl


Es ist doch tatsächlich schon ein Jahr her, dass ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe. Aber so ist das einfach manchmal. Dann weiß man nicht, was man zu sagen hat. Das Bild zeig Berlin im Herbst und ich schaue es schon eine Weile an und frage mich, ob ich das Bild mag. Also nicht konkret dieses Foto, sondern das Bild von Berlin im Herbst. Eine Stadt - eine Großstadt vollgestopft mit hektischen Leuten, die getrieben von A nach B rennen und dabei völlig gestresst und schlecht gelaunt wirken. Macht das eine Großstadt mit uns? Die letzten Monate waren durch Covid-19 für alle nicht leicht und eine echte Herausforderung. Niemand von uns hat so etwas in der Vergangenheit schon mal erlebt und konnte auf irgendwelche Erfahrungswerte zurückgreifen. Mein Eindruck war, dass das diesen hektischen Flow in Berlin durchgerüttelt hat. Man konnte nicht mehr so schnell von A nach B flitzen und seinen Weg rennen. Man musste plötzlich Abstand einhalten. Warten. Sich zurücknehmen. Leider hat das aus meiner Erfahrung in den letzten Monaten nicht unbedingt immer das Gute in den Menschen hervorgebracht. Jeder wusste zwar, dass es neue Regeln gibt aber es ging jedem darum, irgendwie doch noch so schnell wie möglich zu seinem Ziel zu kommen. Also Ellenbogen raus und los. Das war nicht immer schön mitzubekommen und ich hoffe sehr, dass es euch nicht auch so ging. Das hat mich aber mal wieder dazu gebracht, mich zu fragen, ob ich ein wirkliches Großstadtkind bin. Natürlich bin ich das schon irgendwie, denn ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und habe auch immer in Großstädten gelebt. Aber fühle ich mich da auch wohl? Fakt ist, dass ich das Wasser liebe und auch wenn wir in Berlin Seen und Flüsse haben, ist es für mich in der Stadt nicht das Selbe. Wenn man außerhalb der Städte ist und auf so einen richtig großen See mitten in der Natur schauen kann oder gar auf die Ost- oder Nordsee, dann erfüllt mich das mit einer ganz anderen Ruhe. Aufs Wasser zu schauen, ist - auf jeden Fall für mich - sehr beruhigend. Getoppt wird das nur noch vom Meeresrauschen und Wellengang im Süden. Mittelmeer oder der Atlantik - genial. Aber das ist Urlaub und eh nochmal eine andere Stufe.

Wieso lebt man in einer Großstadt? Abgesehen davon, dass alles schnell erreichbar ist und ein sehr großes Freizeit- und Kulturangebot gibt es in den großen Städten ein besseres berufliches Angebot. Mehr Fläche gleich mehr Auswahl?! In Berlin finde ich es noch eine besondere Herausforderung, wenn man einen Job in einem etablierten Unternehmen sucht. Kleine und sehr junge Firmen gibt es hier ohne Ende aber da es in Berlin eigentlich keine Industrie gibt, ist das nicht so leicht. Für viele ist es bestimmt auch genau das, was sie nach Berlin zieht. Die quirlliege Szene in Mitte / P'Berg usw. Da ist sie wieder - die Tatsache, dass Berlin immer zwei Teile hat. Hipper Osten: voll und jung und schnelllebig und der Westteil, der doch anders tickt. Das zeigt ja schon das Klischee, dass Menschen, die neu nach Berlin ziehen, eher im Ostteil landen als im Westteil. Das macht natürlich auch einiges mit einer Stadt.

Oder liegt mein kritisches Hinterfragen meines Zuhausegefühls auch einfach am Alter? Sucht man doch eher etwas ruhigeres und verzichtet auf das absolute Angebot, wenn man nicht mehr Mitte zwanzig ist? Weiß man es mehr zu schätzen zu Hause Ruhe zu haben und ohne Hektik durchatmen zu können? Hektischer Berufsalltag und dann mehr Ruhe als Gegenpol? Für mich klingt das immer mehr nach der besseren Lebensumgebung. Die Mischung macht es für mich wahrscheinlich aus. Bisschen Trubel und doch einen Ort der Ruhe finden.

Daher - durchatmen und seine Wünsche und Ziele nie aus den Augen verlieren!

Habt einen schönen Tag!

Viele Grüße, eure Mascha


my posts

© 2016 by Maschalicious. Proudly created with Wix.com